Eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA, abgeleitet vom englischen Begriff Nondisclosure Agreement), auch Vertraulichkeitsvereinbarung genannt, ist ein schriftlicher Vertrag zwischen zwei Parteien (Personen oder Organisationen), der die Weitergabe vertraulicher Informationen untersagt.
Wenn du gebeten wirst, ein NDA zu unterzeichnen, versprichst du, alle sensiblen Informationen, die mit dir geteilt werden, geheim zu halten und nicht an Dritte weiterzugeben. Wenn du selbst ein NDA ausstellst, verlangst du von der anderen Partei die gleiche Vertraulichkeit. Die von dir geteilten Informationen dürfen nicht weitergegeben werden.
Es gibt zwei Arten von NDAs
- Einseitig: Eine Partei stimmt zu, keine von der anderen Partei bereitgestellten Informationen weiterzugeben. Die meisten NDAs gehören zu dieser Art. Typische Beispiele sind Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen oder zwischen Kund:innen und Anbieter:innen.
- Gegenseitig: Diese Art von NDA wird typischerweise eingesetzt, wenn Unternehmen eine potenzielle Beziehung prüfen, etwa eine Partnerschaft, Zusammenarbeit, Fusion oder Übernahme. Beide Seiten müssen dafür sensible Informationen austauschen, um überhaupt erst Entscheidungen treffen zu können. Solche Vereinbarungen kommen in der Regel seltener vor.
Zweck der NDA ist es, zu verhindern, dass vertrauliche Geschäftsinformationen öffentlich bekannt werden. Wenn beispielsweise ein:e freie:r Auftragnehmer:in auf die geheime Formel von Coca-Cola® stoßen würde, wäre es dieser Person untersagt, diese Informationen ohne ernsthafte Konsequenzen mit jemandem zu teilen. Ein Verstoß könnte z. B. eine hohe Klage mit erheblichen Kosten verursachen.
Im Allgemeinen werden NDAs zu Beginn einer Geschäftsbeziehung unterzeichnet, beispielsweise wenn ein:e Mitarbeiter:in eingestellt wird. Sie können auch am Ende unterzeichnet werden, etwa wenn ein:e Partner:in beschlossen hat, ein Unternehmen zu verlassen. In einem solchen Fall können die Verhandlungen jedoch schwieriger sein.
Wichtige Klauseln
Zu den wichtigsten Abschnitten einer NDA gehören:
- Identifizierung der Parteien, die die Vereinbarung unterzeichnen
- Genaue Definition, welche Informationen als vertraulich gelten und geschützt sind und welche nicht (z. B. öffentlich verfügbare Berichte oder von Dritten geteilte Informationen)
- Erklärung, warum die Informationen zu diesem Zeitpunkt geteilt werden und zu welchem Zweck
- Festlegung, wofür die geteilten Informationen genutzt werden dürfen (Nutzungsverbotklausel).
- Festlegung des Zeitrahmens oder der Dauer der Vereinbarung
Verletzung der NDA
Wenn du entdeckst oder vermutest, dass durch die NDA geschützte Geschäftsgeheimnisse oder vertrauliche Informationen öffentlich geteilt wurden, ist schnelles Handeln wichtig. Sammle Beweise, wie die Informationen öffentlich wurden, wer davon weiß, was mit den Informationen geschieht und wer dafür verantwortlich ist. Der erste Schritt ist die Beauftragung eines Anwalts oder einer Anwältin, der/die sich juristisch mit geistigem Eigentum auskennt.
Was ist ein NDA? – Häufig gestellte Fragen
Was ist ein NDA?
Eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) ist ein Vertrag zwischen zwei oder mehreren Parteien, der bestimmt, welche vertraulichen Materialien, Kenntnisse oder Informationen für bestimmte Zwecke geteilt werden dürfen und den Zugriff für Dritte somit einschränkt. Es ist ein rechtlicher Vertrag, der eine vertrauliche Beziehung zwischen den Parteien schafft, um jede Art vertraulicher und proprietärer Informationen oder Geschäftsgeheimnisse zu schützen. Ein NDA ist auch als Vertraulichkeitsvereinbarung oder vertrauliche Offenlegungsvereinbarung bekannt.
Was sind die 5 wichtigsten Elemente einer Geheimhaltungsvereinbarung?
- Parteien: Die Namen und Details der an der Vereinbarung beteiligten Parteien.
- Vertrauliche Informationen: Die genaue Definition der vertraulichen Informationen, die geteilt und geschützt werden.
- Verpflichtungen: Die Verantwortlichkeiten jeder Partei, einschließlich der Dauer der Vereinbarung, welche Beschränkungen gelten und wie die vertraulichen Informationen verwendet und gespeichert werden.
- Ausschlüsse: Alle Ausnahmen von der Vereinbarung, einschließlich Informationen, die bereits öffentlich zugänglich sind, sowie Informationen, die von der empfangenden Partei unabhängig erstellt werden.
- Beendigung: Die Bedingungen, unter denen die Vereinbarung beendet werden kann, sowie Konsequenzen bei Verstößen gegen die Vereinbarung.
Was ist ein Beispiel für ein NDA?
Ein Beispiel für ein NDA ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, bei dem eine Partei zustimmt, vertrauliche Informationen der anderen Partei nicht weiterzugeben. Dies könnte Geschäftsgeheimnisse, proprietäre Informationen oder andere vertrauliche Informationen umfassen, die die offenlegende Partei geheim halten möchte. Die Vereinbarung sollte auch spezifizieren, welche Art von Informationen als vertraulich gelten. Zudem sollten die Dauer der Vereinbarung und die Konsequenzen für jeden Verstoß gegen die Vereinbarung festgelegt werden.





