In loser Reihe unterhalten wir uns mit Unternehmern, die eines gelernt haben, nachdem sie ganz unten waren: Irgendwann geht es wieder bergauf, nach einem Tiefpunkt kann es nur besser werden und der Geschäftserfolg wird zurückkommen!
Hier berichten Shopify-Nutzer, wie sie persönliche und finanzielle Krisen überwunden haben und was sie auf dem Rückweg in die schwarzen Zahlen gelernt haben.
Taryn Rodighiero arbeitete als Kellnerin in einem Restaurant, als sie beschloss, dass eine Veränderung nötig sei. Von ihren Ersparnissen kaufte Taryn gewerbliche Nähmaschinen und brachte sich selbst bei, Badeanzüge zu nähen - etwas, das sie noch nie getan hatte. Taryn kellnerte ein Jahr lang weiter, während sie ihre Marke KaiKini behutsam nebenbei aufbaute. Dann kündigte sie im Restaurant.
Taryn und ihr Ehemann lebten von seinem Einkommen und es war eine harte Zeit, erzählt sie: “Wir kamen kaum über die Runden.” Doch bald schon ging es rapide aufwärts mit KaiKini und Taryn vergrößerte das Unternehmen, indem sie sechs Leute einstellte und begann, die in Hawaii hergestellte Bademode weltweit zu vertreiben.
Dann bekam Taryn ihr erstes Kind. Berufs- und Privatleben ins Gleichgewicht zu bringen, war unheimlich schwierig, weshalb sie sich mit einer Partnerin zusammen tat - ein Fehler, der das Unternehmen in unvorstellbare Schulden stürzte. Als es so richtig finster um ihre Firma aussah, hätte Taryn beinahe aufgegeben, gesteht die Hawaiierin.
Taryn erzählt:
"Etwa vier Jahre nach der Gründung von KaiKini bekam ich mein erstes Kind. Ich hatte eine postpartale Depression und es war hart während dieser Zeit. Ich war viel mehr auf meine Angestellten angewiesen. Die erledigten zwar alles super, trotzdem erreichten wir ein Plateau. Meine neue Rolle als Mutter überforderte mich völlig. Ich war an einem Tiefpunkt angelangt und spielte sogar mit dem Gedanken KaiKini aufzugeben."
"Ich fand eine Geschäftspartnerin, die zwar unternehmerische Erfahrung hatte, sich aber mit Unternehmen, die sozusagen im Gästezimmer entstanden waren, nicht wirklich auskannte. Ich denke, meine innere Einstellung war zu dem Zeitpunkt einfach nur: ‘Hier mach du mal’, weshalb ich sie vermutlich nicht so anleitete, wie ich es hätte tun sollen."
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Meine Schulden stiegen um ein Vierfaches an. Als ich das erfuhr, wurde mir ganz schlecht.
"Wir waren nach dem einen Jahr, in dem sie mit mir zusammenarbeitete, höher verschuldet, als ich es in den fünf Jahren seit Beginn des Geschäfts insgesamt gewesen war. Meine Schulden waren um das Vierfache angestiegen. Als ich das erfuhr, wurde mir ganz schlecht. Auf einmal wurde mir so richtig bewusst, in was für Schwierigkeiten wir steckten. Ich dachte: ‘Müssen wir jetzt mein Haus beleihen?’ Und als wir versuchten, eine zweite Hypothek aufzunehmen, um unsere Küche umzubauen, wurde uns diese wegen KaiKini verwehrt."
"Ich glaube, mein größter Fehler war, dass ich meiner finanziellen Situation keine Beachtung schenkte. Viel von dem, was passiert ist, nehme ich auf meine Kappe. Eine Weile lang hätte ich ihr am liebsten die Schuld in die Schuhe geschoben, aber wir haben beide unseren Teil dazu beigetragen. Ich hätte viel aufmerksamer sein müssen. Aber ich setzte Scheuklappen auf und übergab einfach alles an sie. Mein Seelenzustand war schlecht und die postpartale Depression machte mir schwer zu schaffen. Ich wollte einfach nichts damit zu tun haben."
Langsam werden unsere Schulden weniger - ich habe bereits über ein Drittel abbezahlt.
"Wir mussten ein paar wichtige Entscheidungen treffen und uns verkleinern. Meine Geschäftspartnerin und ich beschlossen, getrennte Wege zu gehen. Die Anzahl der Angestellten reduzierte ich von sieben auf zwei. Wir haben dann zu dritt in den letzten Jahren weitergemacht. Langsam werden unsere Schulden weniger - ich habe bereits über ein Drittel abbezahlt. Es belastet mich natürlich und ich trage das mit mir rum."
"Doch ich habe dadurch auch viel gelernt. Ich habe gemerkt, dass ich für das Geschäft kämpfen und nicht aufgeben wollte. Letztendlich machte mich das zu einer besseren Unternehmerin. Jetzt bin ich ganz besessen von meinen Finanzen und werde sie nie wieder ignorieren. Scheinbar muss ich die Dinge auf die ganz ganz harte Tour lernen."
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Heute ist KaiKini wieder obenauf. Das kleine Team widmet sich dem. was es am besten kann: maßgefertigte Bademode herstellen und vertreiben. Taryn bringt mittlerweile ihre Rollen als Mutter und Chefin ganz selbstbewusst unter einen Hut.
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Feature-Bild von Germán González
Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchten Sie einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lesen Sie bitte zuerst diesen Leitfaden.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Blog von shopify.com und wurde übersetzt.





